Chronik der Steuben-Schurz-Gesellschaft
Die Steuben-Schurz-Gesellschaft in Frankfurt am Main geht auf drei Vereinsgründungen zurück. 1930, anlässlich des 200. Geburtstages des deutsch-amerikanischen Generals Friedrich Wilhelm von Steuben, wurde in Berlin die Steuben-Gesellschaft gegründet, die für eine Verständigung unter den Völkern warb. 1933, nach der Machtergreifung der NSDAP, wurde sie aufgelöst, weil sie sich der Bevormundung ihrer Arbeit standhaft widersetzte.
1948 wurde die Vereinigung in Wiesbaden wieder ins Leben gerufen. Man fügte der Neugründung den Namen Carl Schurz als Symbol der deutschen Demokratiebewegung hinzu und so wurde die Gesellschaft am 1. August 1948 als "Steuben-Schurz-Gesellschaft" in das Vereinsregister eingetragen. Ihr erster Präsident wurde der vormalige Ministerpräsident von Hessen und spätere Rektor der Universität Heidelberg, Professor Geiler, Vizepräsident der Bremer Bürgermeister Kaisen. Zu den Vorstandsmitgliedern gehörten herausragende Persönlichkeiten wie Hermann Josef Abs, der Gewerkschaftsführer Tarnow und Richard Merton. Man strebte die Bildung einer in ganz Westdeutschland tätigen Vereinigung mit dem Ziel der Pflege, aber vor allem der Wiederherstellung internationaler Beziehungen durch private und gesellschaftliche Verbindungen an, da es zu dieser Zeit in Westdeutschland kein Außenministerium bzw. keinen diplomatischen Dienst gab.
Im Dezember 1950 verschmolz die Steuben-Schurz-Gesellschaft mit der Deutschen Carl-Schurz-Gesellschaft, die 1948 in der Paulskirche in Frankfurt am Main von Frankfurter Persönlichkeiten, unter anderem dem früheren Reichstagspräsidenten Paul Löwe, gegründet wurde.
Der Sitz der Gesellschaft wurde als Folge der Fusion von Wiesbaden in das zentrale Frankfurt am Main verlegt. Erster Präsident der neuen vereinigten Gesellschaft wurde der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb. Die Gesellschaft konzentrierte sich nun auf das deutsch-amerikanische Verhältnis. Schwerpunkt der Aktivitäten blieb Frankfurt. Nachfolger von Dr. Walter Kolb wurde der inzwischen verstorbene Dr. Wilhelm Alexander Menne, der die Steuben-Schurz-Gesellschaft 21 Jahre von 1954 bis 1975 leitete. Dr. Menne war Vorstandsmitglied der Farbwerke Hoechst und bekleidete verschiedene Ämter in Politik und Wirtschaft. Es folgten:
- Von 1948 bis 1950 Professor Geiler (Ministerpräsident Hessen)
- Von 1975 bis 1980 Casimir Prinz zu Sayn Wittgenstein.
- Von 1980 bis zu seinem frühen Tod 1982 Paul Ungerer, früherer Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates der Degussa.
- Von 1982 bis 1991 Bankier Dr. Manfred Meier-Preschany.
- Von 1991 bis 1999 Dr. Albrecht Magen; von 1960 bis 1991 als Vorstandsmitglied für die Resource Personal und Recht bei den Rüttgerswerken tätig. Ab 1993 Mitglied des Magistrats als ehrenamtlicher Stadtrat.
- Von 1999 bis 2005: David T. Fisher, A.B., M.S., US-Staatsbürger und Princeton-Absolvent. Hauptanteilseigner der Firma Personatec GmbH, Computer- und Software Informationstechnologie im Fernseh- und Medienbereich, Wiesbaden.
- Seit 2005: Dr. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels
Von den verschiedenen Zweiggruppen der alten Wiesbadener Steuben-Schurz-Gesellschaft hat sich bis heute der Landesverband Berlin-Brandenburg erhalten. Seit 1990 gibt es eine kleine, aber sehr aktive Landesgruppe in Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg und seit 2009 den Zweigverein in Potsdam.
